Carina Kerschbaumer, personifizierter moralischer Zeigefinger, Pseudofeministin und leitende Redakteurin der “Kleinen Zeitung” (d.h. um zwei Ecken Angestellte der heiligen Mutter Kirche (Die “Kleine Zeitung” gehört dem österreichischen Medienriesen Styria Medien AG die sich zu 100 % im Besitz der heiligen Mutter Kirche befindet (98,33 % über eine Privatstiftung, 1,77 % über einen entsprechenden Verein))) widmet sich heute der sogenannten “Atheismus-Kampagne“, wie es ihr Kollege (sowohl als Journalist als auch als Angestellter der heiligen Mutter Kirche), die Heißluft-betriebene Provokationsspeerspitze der Rechtskonservativen, Michael Fleischhacker gestern schon tat (und hier tyndras Reaktion auf ihn, hier die von darkwin).
Ihr wie immer vollkommen in sich schlüssigen Kommentar (Nur für Abonnenten online zugänglich), der nur leider implodiert sobald man ihn mit der Außenwelt in Verbindung bringt, ist religiöse Propaganda inklusive Geschichtsverdrehung vom feinsten. Aber von Anfang an. Kerschbaumer beginnt mit dem Hinweis, dass der Werberat die Kampagne nur mit knapper Mehrheit erlaubt habe. Zwar hat der Werberat keine echte Kompetenz (weder inhaltlich noch rechtlich), aber da die GeWista vorab dort angefragt hat, hätte sie im Fall eines negativen Statements wohl die Sujets abgelehnt. Insofern ist das schon richtig. Nur das mit dem Werberat eine ziemlich lächerliche Versammlung anscheinend von einigen Seiten viel mehr Anerkennung bekommt, als er in seiner Armut verdient, ist… hierfür aber egal. Bleiben wir beim Thema!
Kerschbaumer fragt “Warum soll auch das Prinzip Religionsfreiheit nicht für Atheisten gelten?”, was ja an sich eine gute Frage ist. Und der Einstieg in die propagandistische Verdrehung. Aber zuerst führt sie noch aus, dass die Wiener Linien die Kampagne abgelehnt haben. Denn “Wäre auch gläubigen Schaffnern schwer zumutbar, in Bussen mit Sprüchen „Es gibt keinen Gott“ zu fahren.”. Ja eh, weil sonst hätte es in Wien massenhaft fälle spontaner menschlicher Selbstentzündung gegeben…
Nun erwähnt sie, dass die Kampagne schon vor einiger Zeit auf englischen Bussen stattgefunden hat (wie war das den Gläubigen dort zumutbar?) und dass das für Proteste gesorgt hat. Doch Kerschbaumer fragt “Aber warum protestieren?”. Denn “Gott kommt ins Gespräch.” Nun wird es skurril.
Und wie viele haben schon auf Tausenden Seiten über die Nicht-Existenz Gottes geschrieben, den Menschen zum Zufallsprodukt erklärt oder wie Bertrand Russell akribisch analysiert, warum sie keine Christen sind. Und damit oft eindrucksvoll bewiesen, wie stark die Existenz Gottes herbeigesehnt wird.
Also dass die gesamte Evolutionsforschung und überhaupt die moderne Naturwissenschaft genauso wie die Philosophie bis zum Mittelalter und danach wieder eine Art Kompensationshandlung für die innere Leere sei, die wir ohne Gott empfinden, halte ich, vorsichtig gesagt, für vollkommen falsch, beleidigend, erstunken und erlogen und auch ein bisschen lächerlich. Nur ein bisschen lächerlich deshalb, weil man das innerhalb des Artikels in Relation sehen muss. Denn was folgt, ist, so leer, arm und schwach, das man, wenn es nicht im Dienste weltanschaulicher Propaganda stünde, Mitleid haben müsste.
Was mir immer zur Frage, ob es Gott gibt, einfällt? Ein amerikanischer Arzt, Christ und Entwicklungshelfer, der bei einem Spaziergang auf die Frage, warum er nie an Gott zweifelt, stehen blieb, auf eine Blume zeigte und meinte: „Look at this flower. Don’t you see god in it?“
No.
Aber Claudia Kerschbaumer findet die Kampagne gar nicht so schlecht. Eigentlich sogar gut, denn “Die Werber könnten am besten Weg sein, zu Headhuntern Gottes zu werden.” Diese Theorie begründet sie wie folgt:
Der Slogan irritiert ja auch gleichgültige Christen, schockt, mobilisiert und provoziert Fragen, die sich selbst Christen oft nicht mehr stellen: Will ich leben ohne Gott? Sollen meine Kinder aufwachsen ohne Gott? Oder: Wie viel Gott darf es sein? Nur ein wenig bei der Erstkommunion, der Hochzeit, beim Begräbnis?
Das basiert aber anscheinend auf der Annahme, dass die meisten Menschen eh gute Christen sind, oder sein wollen, wenn man sie wachrüttelt. Was sehr optimistisch ist, wenn etwa die von katholischer und evangelischer Kirche betriebene, in Österreich vom Institut für praktische Theologie durchgeführte (!) Wertestudie 2008 einen völlig gegenläufigen Trend zeigt.
Im Übrigen bin ich der Meinung das in Österreich Staat und Religion sauber getrennt werden sollten.
1 Response to Buskampagne: Headhuntern Gottes?
Michael Tfirst
July 22nd, 2009 at 2:05 pm
An die Headhunter Gottes:
Ich persönlich finde z. B. folgendes als reine Blasphemie: In den mehrmalig stattfindenden Chorgebeten der Klosterbrüder im christl. Abendland beten (singen) sie täglich (Auszüge):
…Gott wird zerschmettern das Haupt seiner Feinde….Gepriesen sei der Herr, der meine Hände unterweist zum Kampf….meine Finger zum Krieg….meinen Feinden jagte ich nach und erreichte sie, und ich kehrte nicht um, bis ich sie aufgerieben hatte…vor ihm zittern die Völker, alle Gesichter erglühen…wer wird für mich aufstehen gegen die Übeltäter…….ich will sie zerschmettern; sie sollen mir nicht widerstehen und müssen unter meine Füße fallen…der Gott, der mir Rache gibt und zwingt die Völker unter mich …damit du sie zerschmetterst, damit dein Fuß im Blut watet, damit die Zunge deiner Hunde ihr Teil bekommt von den Feinden!
Unendlich wäre die Liste fortzusetzen!
MfG
http://www.sexualabusebychurchmen.blogspot.com/
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Michael Tfirst