Wer sich kritisch mit Waldorfschulen und den esoterisch-rassistischen Tendenzen des anthroposophischen Gedankenguts auseinander setzen möchte, dem sei folgendes Interview empfohlen:
“Seminar für Waldorfpädagogik Berlin” – Interview mit Andreas Lichte
Ein kurzer Auszug aus dem Interview:
REIHL: Wie erlebten Sie Ihre erste Begegnung mit der Waldorfpädagogik?
Andreas LICHTE: “Ich wollte Kunst- und Werklehrer werden und stellte eines Tages zu meiner grossen Überraschung fest, dass ich bei einer fundamentalistischen, religiösen Gemeinschaft gelandet war…”
REIHL: Was meinen Sie mit einer fundamentalistischen, religiösen Gemeinschaft? Eine “Sekte”?
LICHTE: Wenn Sie es “Sekte” nennen wollen, würde ich Ihnen jedenfalls nicht widersprechen.
[Anm.: Sehr lesenswert auch die Kommentare unter dem Beitrag!]
Unverblümt wird an den (zumindest in Deutschland staatlich subventionierten) Waldorfschulen gelehrt, was anderswo eindeutig als rassistisch verpönt ist. Da ist von Ariern die Rede, die die Rasse der Zukunft seien, und von “Negern”, mit größerem Hinterhirn, die deshalb auch besonders triebhaft seien. Dass diese Anschuldigungen gegen die Waldorfpädagogik den Tatsachen entsprechen und nicht nur üble Verleumdungsversuche darstellen, zeigt zum Bsp. dieser Beitrag des ZDF-Magazins “Frontal 21″, in dem konkrete Fälle von Rassismus an Waldorfschulen in Deutschland dokumentiert werden. Ebenfalls sehr aufschlussreich ist dieser SWR-Dokumentarfilm: “Wie gut sind Waldorf-Schulen?” (Teil 1, 2, 3, 4, 5 – jeweils ca. 10 Min)
Die Conclusio von Filmautor Dietrich Krauß lässt schließlich wenig Interpretationsspielraum: Nicht die außergewöhnliche Unterrichtsmethoden sind schuld, dass den Waldorfschülern schließlich doch der Unterrichtsstoff vermittelt wird, sondern die Tatsache, dass die Schüler aus priviligierten Verhältnissen stammen und die Eltern über Zeit, Muße und finanzielle Mittel verfügen, mehr in die schulische Bildung ihrer Kinder zu investieren. Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen und Kinder von MigrantInnen werden in Waldorfschulen gar nicht erst aufgenommen. Demnach kann man wohl behaupten, dass Waldorfschulen esoterisch-elitäre, rassistische Bildungseinrichtungen für Ariersprößlinge sind.
25 Responses to Waldorfschulen: Pädagogik für Ariersprößlinge
Jana
November 22nd, 2008 at 5:27 pm
Upps! Habe mich noch nie damit beschäftigt – interessant.
Judith
November 22nd, 2008 at 5:39 pm
@Jana Ich habe die Waldorf-Pädagogik-Anhänger auch immer nur für harmlos-esoterische Spinner abgetan…ein großer Irrtum
Jana
November 22nd, 2008 at 6:10 pm
Eurythmie, Eugenic, hmmm. Schade nur, dass z.B. dieser Mathematikprofessor in der Doku als polarisierender Gegensatz aufgezogen ist – z.B. hält bzw. macht Bewegung wach und wird z.B. in Erwachsenensprachkursen immer noch eingesetzt; nur weil Mathematik und Bewegung verbunden wird, ist deswegen noch nicht alles umsonst.
Fritz
November 22nd, 2008 at 6:11 pm
Ach Leute. Das ist immer die gleiche Suppe. Genau, die Waldorfschulen sind ein Hort des Rechtsextremismus, der national-arischen Gesinnung etc. – gehts sonst gut?
Klar gibt es die bekannten Fälle von Steiner-Fans, die braunosophischem Gedankengut anhängen. Und klar gibts bekloppte, die gerne kleinen Kindern was vom Arier erzählen. Kann man dann auch Waldorfpädagogik nenne.
Aber: zeig mir bitte mal einer einen irgendwie bekannten Neonazi, der Waldorfschüler war. Ja, Christengemeinschaft und sowas alles ist ziemlich seltsam. Aber die meisten Waldorfschüler überleben auch manche der seltsamen Grundideen problemlos, die meisten Waldorflehrer haben sich von der Schrifttreue be Steiner schon lange verabschiedet. Da Waldorfschulen jedoch in .de “Weltanschauungsschulen” sind, da sie ansonsten nicht staatlich gefördert werden dürften, wäre es seltsam, wenn man sie nicht auch als “irgendwie sektenhaft” wahrnehmen könnte.
Judith
November 22nd, 2008 at 6:31 pm
@jana was die verbindung zwischen Sprachkursen und bewegung in der Erwachsenenbildung anbelangt, kann ich mir das sehr gut vorstellen. Und auch ich finde die Position des Mathematiklehrers eben typisch Mathematiklehrer:) Außerdem ist es schrecklich, dass man Kinder in “normalen” Schulen zu stundenlangem Sitzen verdonnert. Allerdings kann meine Schwester als Schulassistentin bestätigen, dass man Bewegung verbunden mit komplexen Inhalten als Unterrichtsmethode bei Kindern sehr kontrolliert einsetzen muss, da die Ablenkungsgefahr sehr groß ist. Erwachsenen können ihre Konzentration da vielleicht besser fokussieren.
Judith
November 22nd, 2008 at 8:29 pm
@Fritz nur weil die Schüler (bisher) keine Neonazis wurden (wobei es sich da wohl um eine unbewiesene Vermutung handelt), ist das noch lange keine Rechtfertigung, sie mit diesem rassistischen Blödsinn aus der Zeit der Jahrhundertwende zu indoktrinieren. Davon abgesehen spreche ich mich genaus gegen jede religiöse Indoktrinierung von Kindern aus.
Quasipresseschau 162 | NIGHTLINE
November 23rd, 2008 at 1:14 pm
[...] Waldorfschulen: Pädagogik für Ariersprößlinge Wer sich kritisch mit Waldorfschulen und den esoterisch-rassistischen Tendenzen des anthroposophischen Gedankenguts auseinander setzen möchte, dem sei folgendes Interview empfohlen: [...]
Martin
November 25th, 2008 at 11:16 am
Hm. Schon. Aber ein bisschen schwierig find ich es schon Sendungen wie “Frontal 21″ die billigen und dummen Journalismus betreiben und ganz uns gar unwissenschaftlich und tendenziös vorgehen und in anderen Bereichen wirklich viel Unsinn verzapfen als Beispiel zu nennen.
Judith
November 25th, 2008 at 1:13 pm
@Martin
Frontal21 ist Boulevard-Journalismus und somit narrativ, meinungsbildend und am Massengeschmack orientiert – das liegt in der Natur der Sache. Was man von Boulevardjournalismus hält, ist natürlich jedem selbst überlassen; ich persönlich mag allerdings die kultursnobistische Trennung in den “guten, objektiven, verantworungsbewussten” und den “schlechten, subjektiven, trivialen” Journalismus nicht. Fakt ist, das letzterer mehr Menschen anspricht, somit mehr Öffentlichkeit schafft – und das ist eine nicht unwesentliche Funktion von Journalismus. Und die öffentliche Thematisierung von rassistischen Tendenzen in Waldorfschulen war die Absicht dieses Blogposts.
Deine Kritik der “Unwissenschaftlichkeit” kann ich nicht ganz nachvollziehen, da es nicht die Aufgabe von Journalismus ist, wissenschaftlich zu arbeiten. Oder meinst du damit nur schlecht recherchiert?
Martin
December 1st, 2008 at 7:41 pm
Ich habe Boulevard absichtlich nicht verwendet. Und guter Journalismus wird immer von möglichst vielen verstanden und spricht möglichst viele an. Ich meinte tatsächlich eher schlecht recherchiert; oder gar nicht weil nicht am möglichen Ergebnis interessiert. Die Vorgehensweise von Frontal21 ist eigentlich nicht die eines journalistischen Beitrags, sondern die eines Kommentars. Hier wird unhinterfragt und manipulativ Meinung vertreten – was ok ist, nur eben nicht viel mit Journalismus gemein hat.
Journalismus und Wissenschaft haben ja viele Paralleleln. Und Frontal 21 widmet sich gern immer wieder wissenschaftlichen und lässt Wissenschaftler und Experten zu Wort kommen. Nur leider eben extrem einseitig und oft ein verzerrtes Bild wiedergebend.
judith
December 1st, 2008 at 10:22 pm
@martin
wie gesagt, von Journalismus á la “Frontal 21″ kann man halten was man will. Fakt ist, dass dieser Journalismus deshalb entstanden ist, weil der Informationsjournalismus mit seinem Faktenfetischismus und seiner Standpunktlosigkeit die Orientierungsbedürfnisse des Publikums nicht mehr decken konnte/kann – ähnlich wie die meisten Blogs. Genau deshalb sind Blogs heutzutage erfolgreich – weil sie Meinungen vertreten und deshalb genauso manipulativ, verzerrend und abseits der Objektivierungsregeln des klassischen Journalismus vorgehen – und damit eine Lücke füllen.
Wahrscheinlich der Hauptgrund für mich, diesen Beitrag zu verlinken, ist die Tatsache, dass hier tatsächlich Personen gezeigt werden, die Opfer oder Zeugen von Rassismus an Waldorfschulen in Deutschland wurden. Auch hier ist natürlich Quellenkritik immer angebracht, ich glaube aber jetzt einfach mal soweit an die Rechtschaffenheit des ZDF als öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt, und nehme an, dass die Protagonisten des Beitrags keine Schauspieler sind. Dann sehe ich in dem Beitrag genau den Beweis, den manche Waldorfschulen-Fans nicht wahrhaben wollen: Dass die rassistische Lehre Rudolf Steiners sehr wohl auf den Unterricht in Waldorfschulen abfärbt.
Markus
December 6th, 2008 at 1:01 pm
»Brief von “M.B.”
an
Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall
Beuthstraße 6 – 8
10117 Berlin
Berlin, den 31.1.2007
Sehr geehrter Hans-Jürgen Pokall,
(…)
Um Mißverständnissen bzw. einer nachräglichen Relativierung vorzubeugen, möchte ich Ihnen hier noch einmal deutlich meine abschließende Beurteilung der Anthroposophie und damit der Waldorfpädagogik mitteilen:
Die Anthroposophie ist ein Sekte. Die Waldorfschulen dienen der Verbreitung der Anthroposophie. Im ‘Seminar für Waldorfpädagogik Berlin’ wurde der Versuch unternommen, die zukünftigen Waldorflehrer einer Gehirnwäsche zu unterziehen.
Dass ich mit dieser Einschätzung nicht allein bin, beweist die SWR-Dokumentation „Betrifft: Wie gut sind Waldorfschulen?”
Dort sagt die langjährige Waldorflehrerin Jutta Görg-Herm, Zitat [26:57]: „Ich würde das heute uneingeschränkt als Sekte bezeichnen (…).”
Als Verweis auf die Gehirnwäsche, Zitat [33:31]: „Man musste so einen ersten unlogischen Schritt machen, um irgendwas zu akzeptieren, danach war alles in sich logisch.”
Mit freundlichen Grüßen
“M.B.”«
Ende des Briefes an die Berliner Schulaufsicht.
Markus
December 6th, 2008 at 1:02 pm
Brief von “M.S.”
an
Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
Beuthstr. 6-8
10117 Berlin
Bitte um staatliche Prüfung der Lehrerbildung und damit verbundener Lehrinhalte am Waldorf- Lehrerseminar Berlin- Mitte
Berlin, 28.2.2007
Sehr geehrter Prof. Dr. Zöllner,
ich habe von September 2006 bis Ende Februar 2007 an der Weiterbildung zum Waldorflehrer/ Abendkurs am Seminar für Waldorfpädagogik e.V. in Berlin- Mitte, Weinmeisterstraße 16, 10178 Berlin, teilgenommen.
Was dort als Lehrerbildung bezeichnet wird, ist meiner Erfahrung nach die Vermittlung anthroposophisch- esoterischer Inhalte, ohne Duldung sachlicher Kritik, die seitens der teilnehmenden Seminaristen geäußert wurde. Zur Weiterbildung gehört die Besprechung und Auslegung esoterischer Texte des Begründers der Anthroposophie Rudolf Steiner. Diese Besprechungen und Auslegungen haben den Charakter einer ideologischen Schulung, die das anthroposophische Menschenbild im zukünftigen Lehrer fest verankern soll. Das bedeutet, dass die äußerst fragwürdigen Anschauungen Steiners in den zu lehrenden Unterrichtsstoff der Waldorfschulen einfließen.
Noch vor Beginn des Seminars wurde mir vom Dozenten und Seminarleiter Michael Handtmann beim Vorstellungsgespräch versichert, dass ich keinesfalls zum „willigen Schüler Rudolf Steiners“ ausgebildet werden solle. Das Gegenteil war der Fall. Ich möchte klarstellen, dass ich nicht im Verlauf einer offenen Auseinandersetzung das Seminar verlassen habe, sondern schlicht um eine Auflösung meines Lehrgangsvertrages gebeten habe.
Viele meiner Mit- Seminaristen waren ebenso verwundert und abgestoßen von der Indoktrination esoterischer Schulungsinhalte, doch offene Kritik kam nur bei den wenigsten auf. Grund dafür ist die berufliche und ökonomische Lage der meisten Seminaristen, die sich durch die Weiterbildung zum Waldorflehrer eine berufliche Perspektive erhoffen. Die meisten der Seminaristen sind ebenso wie ich über 30 Jahre und älter – viele von ihnen von Arbeitslosigkeit bedroht. Da Kritik von den Dozenten des Seminars mit Schweigen oder beleidigter Ablehnung beantwortet wurde, ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit schweigt, obwohl viele anders denken – niemand möchte seinen zukünftigen Arbeitsplatz gefährden.
Zur Methodik des Unterrichts: Ich besuchte die Oberstufenmethodik. Auch hier war die Grundlage jeglicher Betrachtung seitens der Dozenten Rudolf Steiner: alles beginnt und endet mit ihm. Jede Empfehlung, jedes Betrachten des Schülers und des Unterrichts wird durch die Texte Steiners erklärt und interpretiert. Da bleibt kein Raum für Veränderungsvorschläge oder eine wissenschaftliche Auseinandersetzung – ein Vergleich mit pädagogischen Standardwerken findet nicht statt.
Ich frage mich ernsthaft, wo dabei das eigene Denken eines zukünftigen Lehrers bleiben soll, es wird einfach ersetzt, denn die obskuren Schriften Steiners liefern nach Ansicht der Dozenten die Antworten auf alle Fragen. Diese Art von Lehrerbildung verstößt gegen das Selbstbestimmungsrecht im Denken und Handeln der Teilnehmer, sie ist sektiererisch und esoterisch- ideologisch. Deshalb bitte ich sie nachdrücklich, das Aufsichtsrecht des Staates zu nutzen, um die Lehrerbildung des Seminars für Waldorfpädagogik eingehend kritisch zu prüfen.
Mit freundlichen Grüßen
“M.S.”
mehr von der “sektiererischen und esoterisch- ideologischen Ausbildung” zum Waldorflehrer hier:
http://blog.esowatch.com/index.php?itemid=83&catid=4
w.g.
December 11th, 2008 at 8:36 am
Ein sehr interessanter Artikel der “Brights”:
“Die Welt der Anthroposophie – sektiererisch, fundamentalistisch”
http://brightsblog.wordpress.com/2008/12/09/die-welt-der-anthroposophie-sektiererisch-fundamentalistisch/
Das Fazit des Artikels, Zitat:
“Die anthroposophische Organisation kann nicht nur als Sekte bezeichnet werden, sie ist hinsichtlich der meisten Kriterien eine Sekte par excellence.”
j.s.
February 2nd, 2009 at 11:36 pm
Ich bin selbst Waldorfschüler (12. Klasse) und würde mich selbst als einen “bright” (naturalist, atheist) bezeichnen.
Die Vorwürfe, die hier laut werden, dürfen wohl Steiner an den Kopf geworfen werden, nicht aber den modernen Waldorflehrern und der modernen Waldorfpädagogik.
Waldorfschüler werden keineswegs zu einer esoterisch-rassisischten Denkweise gelenkt, noch vertreten die Lehrer dieses Denken. Es ist klar, überall gibt es ultrakonservative Spinner, genauso an der Waldorfschule, aber das sind, ebenfalls wie sonst auch, nur sehr wenige.
Was ich an dieser Stelle definitiv zu bemängeln habe, ist die Irrationalität, mit der hier über dieses Thema geschrieben wird. Warum kommt keiner auf die Idee mal einen Schüler zu fragen, anstatt selbsternannter Sektenwissenschaftler?
Mit besten Grüßen,
J.S.
j.h.
February 3rd, 2009 at 9:16 am
@ j.s.
schau mal, wie deine Waldorf-Mitschüler mit Rudolf Steiners Rassismus umgehen:
“Die Philosophie der UN-Freiheit – Zu Rudolf Steiners Rassismus”
http://namenstaenzer.de/2008/08/28/die-philosophie-der-un-freiheit-zu-rudolf-steiners-rassismus/
j.h.
February 3rd, 2009 at 9:18 am
@ js
klar gehst du auf eine Sekten-Schule, was soll die Waldorfschule sonst sein?
Die Anthroposophie IST eine Sekte, wie wäre sonst so etwas möglich:
http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/01/rudolf-steiner-und-die-schrodingergleichung.php
“Rudolf Steiner und die Schrödingergleichung
Das Verdrehen historischer Fakten ist eine beliebte Strategie der Pseudowissenschaftler, um ihren realitätsfernen Ansichten ein vermeintlich wissenschaftliches Fundament zu verschaffen. Die Anthroposophen stehen dem in nichts nach. In ergebener Verehrung ihres Häuptlings, wird Rudolf Steiner schon mal die Erfindung der Schrödingergleichung angedichtet. Einer wissenschaftlichen Überprüfung hält das nicht stand.
(…)
Wer hats erfunden? Die Anthroposophen!
Ein weiteres Beispiel für Geschichtsklitterung findet sich bei den Anthroposophen. Deren Oberindianer Rudolf Steiner soll schon sechs Jahre vor Erwin Schrödinger (Nobelpreis für Physik 1933) die nach ihm benannte Gleichung erfunden haben. Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg und Anthroposoph zur Rolle Rudolf Steiners als Wissenschaftler:
“Bemerkenswert ist u.a., daß er (Steiner) in einem dieser Vorträge schon im Jahre 1920 eine Differentialgleichung für Lichtwirkungen entwickelte, die erst drei Jahre später von Erwin Schrödinger “neu” entdeckt wurde. Sie spielte als Grundlage der Quantenphysik in der modernen Naturwissenschaft eine nicht unbedeutende Rolle.”
Hardorps Äußerungen stammen ursprünglich aus der Publikation “Rudolf Steiner and Schrödinger’s equation” von Detlef Hardorp and Ulrich Pinkall, in “Mathematisch-Physikalische Korrespondenz”, Nr. 201, Johanni 2000.”
Im Original liest sich das so:
“Thus the third differential equation that Steiner writes down on the 12th of March in the year 1920 is not only “formally equivalent” to Schrödinger’s equation. Apart from the fact that the value of the constant is not specified as a number related to Planck’s constant, it is Schrödinger’s equation.”
Der promovierte Physiker Andreas Krämer hat sich die Steiner-Publikation und deren Interpretation von Hardorp und Pinkall genauer angesehen. Das Fazit seiner Analyse:
“Für den Physiker ist eine mathematische Formel ohne eine klare Beschreibung der enthaltenen Grössen keine Theorie. Nach meinem Verständnis der Grössen in der Steinerschen Formel (Kontext Wärmeleitung/Energieumsatz) wird daraus sogar eine falsche Theorie.”
Beide, Pinkall und Hardorp haben zur Analyse von Andreas Krämer Stellung bezogen.
Prof. Ulrich Pinkall, TU Berlin, rudert zurück:
“Ich selbst habe auch ein etwas ungutes Gefühl dabei, das ganze Thema als Munition in Debatten um die Wissenschaftlichkeit der Waldorf-Pädagogik zu verwenden.”
Dr. Detlef Hardorp schreibt in seiner Steiner-Verblendung:
“[…] Das aber just Steiner eine Gleichung intuitiv an die Tafel schreibt, die einige Jahre später in der Physik zu den bedeutsamsten Gleichungen überhaupt werden wird, erscheint mir symptomatisch für Steiner zu sein. Denn das hat er doch in vielen Bereichen gemacht: von außen betrachtet stochert er unprofessionell in allen möglichen Gebieten herum, und trifft mit unverschämter Sicherheit immer wieder Goldadern, auch wenn er nicht den wissenschaftlichen Apparat bieten kann, mit dem das dann meist später von anderen wesentlich vollständiger gemacht wird.”
Andreas Lichte, intimer Kenner und Kritiker der Anthro-Szene kommt zu folgendem Fazit:
“Ich würde “Rudolf Steiner als Entdecker der Quantenphysik” aber eher “sub specie aeternitatis” betrachten: Wer die 360 Bände Steiner richtig zu lesen weiss, findet dort ALLES, Antworten auf alle Fragen, auch die allerletzten. Verhält sich ähnlich wie Nostradamus: man muss nur richtig lesen können …”
loudandclear1
March 11th, 2009 at 1:15 pm
Also mal wieder..Alle paar Jahre holen die “Sensations-Journalisten” des ZDF dieses Thema raus und berichten in gewohnter Hetzmanier über angebliche Rassismusvorwürfe. Hier werden “Fakten” gnadenlos gefälscht und Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen,um einer entsprechenden “Headline” gerecht zu werden.
Jede Waldorfschule vermittelt ein staatlich anerkanntes Abitur. An meiner ehem. Waldorfschule hat es nicht einen einigen Fall von Rassismus gegeben. Angebliche Lehrinhalte wie sie vom ZDF recherchiert wurden, sind überhaupt kein Bestandteil der Lehre. Das lässt sich leicht belegen und zwar über das gesamte Bundesgebiet hinaus. Wenn an diesen Vorwürfen tatsächlich etwas drann wäre, so gäbe es längst entsprechende Anordnungen Seitens der Kultusministerien. Lächerliche, diskrimierende Vorwürfe des ZDF…alle Jahre wieder.
Warum nicht mal einen kritischen Beitrag über die Geldschöpfung der Zentralbanken?Gelderschaffung aus dem Nichts!! Das wäre echter Sprengstoff.
Die Wahrheit
March 11th, 2009 at 4:11 pm
http://www.freie-georgenschule.de/fileadmin/Bilder/Download/Rassendiskriminierung/Rassismusvorwuerfe_Frontal21.pdf
Viel mehr muss nicht geschrieben werden.
j.h.
March 11th, 2009 at 5:28 pm
Die “Wahrheit” postet als Persilschein für die Waldorfschulen einen Artikel von Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin/Brandenburg.
Ausgerechnet!
Siehe zu Hardorp und Rassismus:
“Hardorp reloaded”, http://blog.esowatch.com/index.php?itemid=182
Hardorp und eine Liste der Skandale, in die er verwickelt ist:
http://esowatch.com/index.php?title=Detlef_Hardorp
siehe zu Hardorp und Sekte den Eintrag oben, Nr. 16
Frank
May 1st, 2009 at 1:14 pm
Jürgen Bartels, Besitzer der “Gruitener Buchhandlung”, auf Waldorfpädagogik spezialisiert, hat auch dagegen nicht das Geringste einzuwenden:
“Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.” Rudolf Steiner
Siehe die Kommentare von Jürgen Bartels, hier:
http://brightsblog.wordpress.com/2008/12/09/die-welt-der-anthroposophie-sektiererisch-fundamentalistisch/
Klaus
May 12th, 2009 at 2:06 pm
Die “Brights” berichten über das gemeinsame Buchprojekt “Falsche Propheten” von Lorenzo Ravagli, Anthroposoph und Redakteur der “Erziehungskunst”, und Andreas Molau, ultra-rechter Politiker und ehemaliger Waldorflehrer:
“Anthroposophisches Demokratieverständis?”
http://brightsblog.wordpress.com/2009/05/03/anthroposophisches-demokratieverstandis/
Bastian
August 28th, 2009 at 9:46 am
Interview von Andreas Lichte mit den Ruhrbaronen:
http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/
“Waldorfschule: Vorsicht Steiner
(…)
Ruhrbarone: Im Ernst: Worin besteht denn nun die Qualifikation des Waldorflehrers?
Lichte: Vielleicht sollten wir die Waldorfschüler fragen? Deren Spruch zur Sache:
„Und reicht es nicht zum Strassenkehrer, dann werd’ ich eben Waldorflehrer!“
Ruhrbarone: Es gibt Straßen die es in sich haben.
Lichte: Kennen Sie Prof. Hermann Avenarius ? Er ist einer der renommiertesten Deutschen Schulrechtler. Er stellte kürzlich in „Frontal 21“, ZDF, fest, dass die Ausbildung der Waldorflehrer ein Verstoß gegen das Grundgesetz ist, da die im GG genannten Mindestanforderungen nicht erfüllt werden – GG, Artikel 7, Absatz 4, Satz 3: “Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen (…) in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen …”
Ruhrbarone: Die Waldorflehrer sind also schlechter qualifiziert als Lehrer an öffentlichen Schulen?
Lichte: Lehrer, die an öffentlichen Schulen unterrichten dürfen, könnten jederzeit an einer Waldorfschule arbeiten. Umgekehrt gilt dies nicht: Die Ausbildung an den anthroposophischen Waldorfseminaren wird nicht für den öffentlichen Schuldienst anerkannt. Deswegen sind Waldorflehrer auch vielfach völlig unkritisch: Wer sich in der Waldorfschule unbeliebt macht, dadurch seinen Arbeitsplatz verliert, steht vor dem Nichts, hat keine berufliche Alternative.
Ruhrbarone: Wo sollten Waldorflehrer denn kritischer sein?
Lichte: „Steiner“? Haben wir den Namen schon einmal gehört? Alles, was in der „pädagogischen Schicksalsgemeinschaft“ Waldorfschule passiert, basiert letztlich auf Steiner, auch wenn das von den Verantwortlichen routinemässig geleugnet wird – man möchte ja keine möglichen Kunden abschrecken …
(…)”
Gertrud Kiefer-Volke
November 4th, 2009 at 12:35 pm
Die Waldorfpädagogik hat im Grunde einen sehr hohen Anspruch. Sie versteht die von Rudolf Steiner in seiner Anthroposophie dargelegten universalen Ideen als Erweiterung und will diese insofern als Grundlage für den Unterricht nehmen. Die esoterisch geschulte Lehrerpersönlichkeit erkennt nämlich teils andere als die Inhalte der öffentlichen Schulen als richtig oder geeignet und unterrichtet diese mit von ihr gewählten Methoden. Waldorflehrer sind letztlich methodisch ebensowenig wie inhaltlich festgelegt, können sich durchaus auch von der Waldorftradition emanzipieren, sie haben praktische Freiheit.
An die Waldorftradition, also an das, was Waldorflehrer in ihrer Waldorflehrerausbildung gelernt hat, ist niemand gebunden.
Alles in allem stellt dies ein sehr großes Freiheitsmoment dar, ist ein sehr hoher Anspruch – eine echte Alternative eben, die jedoch erst einmal ausgefüllt werden muss. Tatsächlich bewegt sich die anthroposophische Pädagogik außerhalb der üblichen Normen – sie ist (im Wortsinn) ein enormes Zugeständnis an die anthroposophische Bewegung, der man damit insbesondere auch die Fähigkeit zur Selbstkritik zugesteht.
Curriculum und Karma
March 8th, 2010 at 8:19 am
“Waldorfschule: Curriculum und Karma – das anthroposophische Erziehungsmodell Rudolf Steiners
Die anthroposophische Pädagogik ist eine Mogelpackung für Herrschaft. Sie beutet das vielfach anzutreffende Orientierungsbedürfnis aus, um die Herrschaft einer selbsterwählten Elite zu begründen. Von unserem Gastautor Klaus Prange.
(…) Als Beleg und zur Illustration nur dieses Beispiel: Warum sind einige Menschen nicht “weiß”, wie die meisten Europäer, sondern dunkel bis schwarz? Die wissenschaftliche Antwort wird üblicherweise in der Physischen Anthropologie gesucht. Dr. Steiner jedoch weiß es besser und tiefer. Dass jemand dunkel auf die Welt kommt, liegt daran, dass er in seinem vorherigen Leben ein “dunkles”, verderbliches Leben geführt hat. (14) Mehr noch: Er könne jetzt schon bei einigen Zeitgenossen voraussagen, dass sie in der nächstfälligen Inkarnation als Schwarze auf die Welt kämen, zur Strafe für ihre Schandtaten. Das ist die feine anthroposophische Art des Rassismus. Ebenso werden Krankheiten, Missbildungen, Geistesstörungen als Ergebnis früherer moralischer Verfehlungen gedeutet. (…)
Zum Autor: Prof. em. Dr. Klaus Prange, Jahrgang 1939, Emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Tübingen. Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Pädagogische Anthropologie als Anthropologie des Lernens und die Pädagogische Ethik.”
http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-curriculum-und-karma-das-anthroposophische-erziehungsmodell-rudolf-steiners/