EURO 2008: Je katholischer, desto besser?

13 Jun
2008

Irgendwie ist es ja verständlich, dass die Katholische Kirche so bemüht ist, den Fußball für sich zu vereinnahmen. Immerhin sind beides von Männern dominierte Organisationen mit einer ungemein hohen Dunkelziffer an schwulen Mitgliedern. Selbe Zielgruppe also.

Doch wenn die Katholen versuchen, das Phänomen Fußball “wissenschaftlich” zu analysieren und zu instrumentalisieren, dann wird es übel. So übel, dass es schon mal zu Brechreiz führen kann.

Die Redaktion von kath.net, einer katholischen Propaganda-Schreibwerkstatt die sich als “Nachrichtendienst” tarnt, versucht anhand einer Milchmädchenrechnung, einen Zusammenhang zwischen Fußballergebnissen und dem Anteil der Katholiken im jewiligen Land herzustellen. Die Hypothese: Mannschaften, die es in die Endrunde schaffen, stammen aus Nationen mit hohem Katholiken-Anteil.

“Haben katholisch geprägte Länder die besseren Fußballer? Diesen Eindruck legt ein Blick auf das Teilnehmerfeld der Endrunde der Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich nahe. In sieben der 16 teilnehmenden Länder sind Katholiken klar in der Mehrheit” >> kath.net

Denkende Menschen greifen sich ob dieser unverfrorenen Vereinnahmung von Sport für Katholenpropaganda natürlich verzweifelt an den Kopf. Und die mangelnde Logik dieser “Analyse” bringt einen einfach nur zum Weinen.

Andererseits – was erwartet man von den Katholen – die brauchten doch noch nie Fakten, um (an) etwas zu “glauben”.

5 Responses to EURO 2008: Je katholischer, desto besser?

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Peter

June 13th, 2008 at 3:39 pm

LOOOL,,,

Was soll ich da sonst noch schreiben.
Bei solch abstrusen Thesen bleibt mir die Luft weg…vor lauter lachen! :)

Liebe Grüße,
Peter

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hm

June 15th, 2008 at 7:22 am

Der ganz normale ideologische Tunnelblick – zu beobachten auch bei Atheisten, Feministinnen, Linken, Rechten usw. Bei kath.net kommt eben noch dazu, dass die Zeilen füllen müssen. Wenn sich dabei noch die Zielgruppe pampern lässt: ei, fein.

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Alm

June 15th, 2008 at 9:30 am

Was passt nicht in diese Reihe “Atheisten, Feministinnen, Linken, Rechten”, weil per se ideologiefrei?

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Wolfgang Stadler

July 30th, 2008 at 5:41 pm

@Alm:”Was passt nicht in diese Reihe “Atheisten, Feministinnen, Linken, Rechten”, weil per se ideologiefrei?”
? Alles paßt in diese Reihe! Alle mit Tunnelblick!!!Nichts dabei, das ideologiefrei wäre!

Alle Arten von Faschismen beruhen auf “Geburtsmerkmalen”, sind Ideologien (also Tunnelblick-Weltbilder) die bezogen sind auf:
z.B. die eigene Hautfarbe (Rassismus), das eigene Land (Nationalismus), die eigene Religion (z.B. Islamismus und anderer religiöser Fundamentalismus), das eigene Geschlecht (Sexismus, Feminismus) – wobei es dann auch noch weitere Ideologien gibt, die – trotzdem keine “Geburtsmerkmale” dahinter – faschistisch sind. Z.B. die Art Sozialismus, die immer noch die DDR nicht schlimm findet (deren VertreterINNEN häufig Mitglieder der SED-Nachfolgepartei sind, bei der Linken)Atheismus hat ebenfalls einen Tunnelblick und ist nicht ideologiefrei – sonst gäbe es nicht das Prinzip: Geist existiert nicht (was dann z.B. dazu führt, daß z.B. eine Reinkarnationslehre abgelehnt werden muß, a priori, ungeprüft…)

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Wolfgang Stadler

July 30th, 2008 at 5:43 pm

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