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Der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams würde gerne Teile der Scharia als quasi optionales Gesetz für Muslime in England anbieten. Das ist dermaßen absurd, dass sich jede Diskussion darüber verbietet. Derartige Forderungen sind so jenseitig, dass die eigentlich die bloße Auseinandersetzung damit ein zu großes Entgegenkommen darstellt. Henryk Broder nimmt sich der Sache dennoch in einem Kommentar im Spiegel Online an.
4 Responses to Die seltsame Allianz der anglikanischen Kirche und des Islam
Judith
February 13th, 2008 at 5:32 pm
Irgendwie scheinen die Anglikaner keine klare Linie zu haben….
APA News, Mittwoch 13.2.08
Todesdrohungen gegen anglikanischen Bischof
Der britische anglikanische Bischof Michael Nazir-Ali ist Gegenstand von Todesdrohungen aus islamistischen Kreisen. Das meldete Kathpress am Mittwoch. Der Bischof von Rochester, der aus Pakistan stammt, hatte im Jänner in einem Artikel für den “Sunday Telegraph” darauf verwiesen, dass es in britischen Städten Bezirke gebe, in denen sich Nichtmuslime nicht mehr blicken lassen dürfen.
http://atv.at/Channel.aspx?cid=5dcb8a71-5492-4eb8-8db1-175e59f5c780&CATEGORY_ID=Aktuell&did=http%3a%2f%2fselect.cms.apa.at%2fcms%2fatv%2feinzel%3fch%3dCH0227%26docid%3dCMS1202894900223&dkey=7D494C64-2A65-4439-AE93-17F3E0DB06E8
Philipp
February 17th, 2008 at 4:48 pm
Ich stimme in der Sache zu, dass eine Integration der Sharia in westliches Recht der falsche Weg ist. Der richtigere Weg wäre die “Extegration” kannonischen Rechts aus westichem Recht.
Dennoch ist dieser Kommentar offensichtlich unqualifiziert, uninformiert und polemisch.
1. Ist Rowen Williams Bischof von Canterbury ermutlich einer der klar denkensten und geistig offensten Geistlichen Englands.
2. Wenn man sich seine Aussage im Original anhört, dann kann man sich über Artikel wie den hier verlinkten nur wundern. Dieser zeigt doch ziemlich deutlich dass der Autor sich nicht die Mühe gemacht hat mehr zu recherchieren als die Headlines einiger Boulevardblätter. Aber wenigstens schreibt der Author H.M.Broder seinen Artikel unter der Kategorie “Polemik”.
Diese Kategorisierung täte auch diesem Blog-Eintrag nicht schlecht. So könnte man denn zumindest davon Abstand nehmen jeden einzelnen Satzt zurückweisen zu müssen.
1.: “Der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams würde gerne Teile der Scharia als quasi optionales Gesetz für Muslime in England anbieten.” – Faktisch falsch. Schlecht recherchiert.
2.: “Das ist dermaßen absurd, dass sich jede Diskussion darüber verbietet.” – Nicht ist so absurd dass sich die Diskussion verbietet. Schon gar nicht eine Anpassung von Recht an die aktuelle Gesellschaft. Ich mach dem Vorhaben nicht zustimmen, aber gegen diesen Satz muss ich mich verwehren.
3.: “Derartige Forderungen sind so jenseitig, dass die eigentlich die bloße Auseinandersetzung damit ein zu großes Entgegenkommen darstellt.” – Siehe 2. Dieser Satzt ist so erschreckend antidemokratisch, dass es einen schaudern könnt. Man mag Forderungen nicht zustimmen, aber dieser Satzt ist schlicht erschreckend.
4. “Henryk Broder nimmt sich der Sache dennoch in einem Kommentar im Spiegel Online an.” – Semantisch falsch. Denn Henryk Broder nimmt sich nicht dennoch, sondern DESHALB des Thema’s an. Da dieser Satz zumindest aber keine Faktischen Fehler beinhaltet, so können wir ihn diesem Blog-Eintrag als Pluspunkt gutschreiben.
Wenn aber ein Blog-Eintrag in 3/4 Sätzen polemisiert und faktische Fehlinformation verbreitet, so ist der Eintrag die Bits nicht wert die zu seiner Speicherung gebraucht werden.
Liebe Grüße,ΦΔ
Judith
February 17th, 2008 at 6:56 pm
“To Hell With the Archbishop of Canterbury” -
Kommentar von Christopher Hitchens
>> http://www.slate.com/id/2184186/
Alm
February 18th, 2008 at 9:27 am
Also zu den Vorwürfen:
1. Ist mit “quasi” relativiert, genauso war es aber gemeint.
2. Bitte verwehre dich. Meines Erachtens gibt es Dinge, die so absurd sind, dass eine sinnvolle Diskussion darüber unmöglich ist v. a. wenn das gegenüber dazu nicht in der Lage ist.
3. Siehe 2. Dein Standpunkt ist nichts anderes als knieweiche Toleranz.
4. Das “dennoch” war so gemeint, wie es da steht.
Interessant ist: Du verteidigst die Diskussionswürdigkeit von absurden Vorschlägen und gestehst mir nicht zu das zu veröffentlichen. Soweit zu undemokratischem Verhalten.
Dass der Eintrag an sich polemisch war, brauche ich hoffentlich nicht dazuschreiben. Die meisten LeserInnen erkennen das auch ohne einen derartigen Zusatz, dachte ich mir zumindest.