Für ein naturalistisches Weltbild frei von übernatürlichen und mystischen Elementen
Diesen automatisch generierten Badge kannst du auch leicht auf deiner Website einbauen. Wie das geht, steht unter Mitmachen
Susanne Winter, Spitzenkandidatin der Grazer FPÖ für die bevorstehende Gemeinderatswahl, liefert mit ihren Angriffen auf den Islam (siehe z. B. derstandard.at und diepresse.com) den Antisäkularen neue Munition gegenüber unbeteiligten Dritten in dieser Auseinandersetzung, nämlich jenen, die friedliche, sachliche Religionskritik üben.
Mit ihren letzten Angriffen auf den Islam entzieht Susanne Winter jeder ernsthaften Diskussion über die von ihr geäußersten Vorwürfe den Boden. Natürlich war Susanne Winter niemals daran interessiert hier Fakten zu präsentieren, die “nur Umstände aufzeigen, die im Argen liegen.” Ganz abgesehen davon sagen erfundene oder tatsächliche Handlungen Mohammeds nicht im Geringsten darüber etwas aus, ob es einen islamischen oder christlichen Gott gibt und darüber, dass sich Moslems auch nur im Entferntesten daran orientieren. Susanne Winter tätigte diese Aussagen ausschließlich, um mit ihrer Hetze gegen den Islam bei der bevorstehenden Wahl ein paar Stimmen zu gewinnen. Mit ihrer Schein-Sachlichkeit vergreift sie sich an den Idealen derer, die einen friedlichen und respektvollen Zugang in ihrer Religionskritik gewählt haben.
Ohne es recherchiert zu haben, kann davon ausgegangen werden, dass Susanne Winter Christin ist (Gott, möge dieses Blog mit einem Blitz niederstrecken, wenn das nicht stimmt). Offensichtlich ist es unter religiösen Menschen nach wie vor üblich einander gegenseitig Aufzuhetzen, sonst würde Susanne Winter nicht mit Morddrohungen bedacht werden, die einen säkularen Polizeischutz zur Folge haben. Warum müssen eigentlich immer ganz weltliche Kräfte aushelfen, wenn es bei denen kracht, die an übernatürliche Wesen glauben?
6 Responses to Winter spielt den Anti-Säkularen in die Hand
Kovacs Josef
January 16th, 2008 at 11:29 pm
Ich verstehe nicht, welche Umstände Frau Susanne Winter aufgezeigt hat. Ich bin nicht Österreicher und auch nicht gläubig.Nach meiner Meinung es wird die Aussage der Frau von Islam-Gläubigen zu sensibel interpretiert. Schließlich ist Österreich ein demokratisches Land und hat jeder Mensch Recht alles zu sagen,aber die Islamisten laut der vernünftigen Lehre des Propheten Mohammed, besitzen keine Rechte um jemanden zu ermorden wegen einer unüberlegte Äuserung. Wir machen alle Fehler in unseren Beruf, so kann auch eine Politikerin Fehler machen. Oder nicht?
Mit freundliche Grüsse
Kovacs Josef
Alm
January 17th, 2008 at 4:20 am
Ist Fr. Winter ermordet worden? Habe ich etwas verpasst? Und nein, das Recht auf freie Meinungsäußerung schließt nicht das Recht ein, alles sagen zu dürfen. Ich verstehe auch nicht welche Umstände Susanne Winter aufzeigen wollte. Es waren jedenfalls keine, die in der Gegenwart relevant sind.
Roland
January 17th, 2008 at 9:39 am
Nein, aber es ist ihr natürlich postwendend mit der Ermordung gedroht worden, wodurch sie jetzt mal unter Polizeischutz steht. Warum? Wegen einer unüberlegten Aussage, die sich auf die niedergeschriebenen Biographien Mohammeds stützt. Und das der Vollzug der Ehe mit einem Kind (egal ob mit einer 6 oder 9 jährigen) in der heutigen Zeit ein Problem darstellen und man solche Personen _heute_ Kinderschänder nennt ist auch ist auch keine Unwahrheit.
Weiters werden ja in manchen Staaten die Schriften wortwörtlich ausgelegt und dürfen nicht hinterfragt werden, genauso wie es manche bibeltreue Christen gerne hätten. Das heißt auch dass in diesen Theokratien _heute_ noch die 1300 Jahre alten Gesetze gelten sollen.
Und eine Forderung nach Tod wegen des ‘beleidigens’ einer Religion oder einer vor 1300 verstorbenen Person ist auch für Fr. Winter überzogen.
Und die Moslems haben ja die Erwartung erfüllt und genauso reagiert wie man (oder besser die FPÖ-Strategen) es von ihnen erwartet haben. Wo natürlich auch gestern in der Presse sofort im Leitartikel von Prüller die Zeilen “Es gibt Menschen, die schon zutiefst getroffen sind, wenn jemand nur behauptet, die Netrebko sei überschätzt. Dabei ist das nur Musik. Glaubensdinge, das heißt Liebesangelegenheiten, gehören hingegen zu den schmerzempfindlichsten Punkten der Seele.” zu finden waren (http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/355413/index.do) und damit die Religion(en) wieder Pauschal aus dem Wirkungsbereich jeglicher Kritik ziehen.
Und dadurch dass das ertens von der FPÖ im Wahlkampf und zweitens mit anderem Vorhaben als Religionskritik gesagt wurde hat das natürlich wieder wellen der geheuchelten Empörung ausgelöst und produktives Arbeiten gegen die weitere Ausbreitung und Einflussnahme von egal welcher Religion weiter erschwert, weil ja ‘Liebesangelegenheit…’
So. Meine Meinung. Die ich hoffentlich auch äussern darf. Ach ja, die Diversen Vergewaltigungsphantasien kommen auch in der Bibel vor… In Dawkins’ Gotteswahn sind ja einige Beispiele aufgeführt.
Judith
January 18th, 2008 at 7:10 pm
Winter macht sich so ganz bewusst eines der Grundprinzipien der Sozialanthropologie – und wohl auch des Populismus zu nutze: Diskriminierung/Abgrenzung einer anderen Gruppe vereint und stärkt die eigene Gruppe.
Und von wegen Mohammed und seiner Vorliebe für kleine Mädchen – Altes Testament lesen und dabei ein Bibelzitat im Hinterkopf bewahren: “wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein”. Das von Strache so oft erwähnte “christliche Abendland” steht den Ländern “hinterm Mittelmeer” um nix nach.
Weil wir grad bei Strache sind – und weils so schön war:
http://ondemand.orf.at/zib/playlist.php?id=zib2&day=2008-01-14&fname=zib2200_2008_01_14.wmv
Josef
January 18th, 2008 at 11:24 pm
Re: Roland.
Sie haben Recht. Von mir als ungläubiger kommt noch auch dazu, daß alle Religionen eher mafiaähnliche Organisationen mit vielen nützlichen Irren seien, die sich einen Gott ausdächten und ihn dann zum Vorwand nähmen, um ihre Mitmenschen zu beherrschen und auszubeuten, scheint niemanden besonders aufzuregen. Da gibt es nicht einmal Proteste von offizieller Seite und alles scheinen gleichgültig zu seien. (Ich meine den Gott, der von Religionen interpretiert wird). Es möge schon seien, daß das Universum wirchlich von einem Schöpfer erschaffen wurde, wir wissen in der Realität auch nicht, ob wir den Schöpfer (laut Religionen) verherlichen müssen, oder wir uns vor Ihm beugen sollen, wenn ja, brauchen wir dazu keine Religionen. Wir brauchen dazu auch keine Religionen um vernünftig zu seien! Also, was bleibt dann Über? – Doch die Gesetze der Natur, die, die Religionen erfunden hatte, dadurch werden Konflikte verursacht und damit wird die Erde gesäubert. Das ist der Sinn des Lebens!
rezor » Graz darf sich weiter schämen
January 20th, 2008 at 10:40 pm
[...] der äußere rechte Rand über reichlich Stimmenzuwachs. Die FPÖ konnte sich trotz oder wegen der Parolen von Susanne Winter um ca. 3% steigern und, was noch viel peinlicher für Graz ist, das BZÖ schafft mit 4,4% sogar den [...]